Jetzt wird in Halle weitergeschmiedet
17.11.2010 | Susanne Holfter, Dramaturgie Bühnen Halle | 0 Kommentare
Nachdem mit den ersten Vorstellungen von “Das Rheingold” in Ludwigshafen der Auftakt zu dem Großprojekt der kooperierenden Städte Halle und Ludwigshafen geglückt ist, werden nun in Halle die ersten beiden Aufführungen am 19. und 21. November 2010 mit Spannung erwartet. Nach wenigen Tagen der Erholung sind die Sängerinnen und Sänger sowie die Kreativen hinter der Bühne vom Rhein wieder an die Saale zurückgekehrt, wo sie bereits die ersten Probenwochen verbracht hatten. Und nun geht es hier in Halle in die heiße Endprobenphase.
Denn es bedarf einer neuen Feinjustierung, wenn dasselbe Werk in einem anderen Saal und mit einem anderen Klangkörper herausgebracht wird, auch wenn dieselben Solisten singen, derselbe Dirigent am Pult steht und derselbe Regisseur die szenischen Fäden in der Hand hält. In Halle spielt die Staatskapelle Halle, die seit vergangener Woche mit ihrem GMD Karl-Heinz Steffens in Orchesteralleinproben (im Theaterjargon OA genannt) und dann mit den Solisten in Orchestersitzproben (OSP) „Das Rheingold“ gemeinsam anlegen.
Die Hauptprobe am 16. November 2010 war in gewisser Hinsicht auch eine Premiere, denn erstmals teilt sich das Orchester auf verschiedene Ebenen auf. Da der Orchestergraben auf natürliche Weise nicht groß genug wäre, um Wagners umfangreiches Instrumentarium samt Musikern unterzubringen, hat man nach einem Klangtest vor mehreren Monaten beschlossen, ein paar der Streicher auf eine Ebene über den Köpfen der Bläser zu positionieren. Wer ein Fan der Harfe ist, kommt im ersten Rang auf seine Kosten, denn in einem der beiden sogenannten ‚Schwalbennester‘ sind beide Harfenisten – quasi in himmlischen Höhen schwebend – untergebracht und können zwischen ihren Einsätzen sogar ein paar Eindrücke des Bühnengeschehens erhaschen, was Musikern im Musiktheater sonst selten vergönnt ist.
Wie auch in Ludwigshafen sind während der Schlussproben meist einige angemeldete Gäste im Publikum, die damit eine gern genutzte Gelegenheit erhalten, die letzte Arbeitsphase verfolgen zu können, in der der Interpretation noch der allerletzte Schliff verliehen wird. Diesmal waren Mitglieder des Richard-Wagner-Verbands Leipzig zu Gast, die vor der Probe ausführlich mit Regisseur Hansgünther Heyme ins Gespräch kamen und aus erster Hand anregende Informationen zu den Hintergründen der Inszenierung und den konzeptionellen Überlegungen erhielten.
Bei allen Beteiligten dieser ersten „RING“-Produktion sind die steigende Konzentration und Spannung deutlich zu spüren. Zu allem Überfluss gehen aber die derzeit auch die ungemütlichen Novembertage nicht spurlos an den Sängern vorüber. So hat es leider den Sänger des Mime, Ralph Ertel, so erwischt, dass er gezwungen war, sich ausschließlich auf sein szenisches Spiel zu beschränken und der Stimme die nötige Ruhe zu verordnen. Mit vorübergehender Schonung wird es ihm gelingen, zur Generalprobe am Donnerstag oder spätestens zur bereits ausverkauften Premiere am Freitag, 19. November 19.30 Uhr in der Oper Halle wieder topfit zu sein.
Drücken wir allen Darstellern und Mitwirkenden hinter der Bühne die Daumen, ebenso und besonders den alternierend besetzten Hallenser Kindern Elisabeth Schwengfelder und Leopold Krannich, die in Halle ihre erste Premiere spielen!
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